Kohlhaas, eine Inszenierung des Theaters sepTeMBer nach der Erzählung von Heinrich von Kleist        

Sonntag - 15.11.2020 - 19.00 Uhr (Einlass ab 18.00 Uhr)

 

Der tatsächliche Rechtsfall "Hans Kohlhaase" inspirierte Heinrich von Kleist zu seiner Erzählung. Zum Inhalt: Kohlhaas hatte auf dem Weg zum Pferdemarkt seine besten zwei Pferde als Pfand bei einem Burgherrn gelassen, dessen Wege Zoll er nicht entrichten konnte.

Als er sie bei seiner Rückreise auslösen will, sind die Pferde halbverhungert, verletzt und unbrauchbar. Kohlhaas will in einem Gerichtsprozess Genugtuung fordern. Er wird jedoch durch die korrupte „Amigo-Justiz“ zum Narren gehalten, mit fadenscheinigen Begründungen wird die Verhandlung ausgesetzt. Mehr noch: Kohlhaas’ Frau wird bei dem Versuch, eine Petition zur Aufnahme des Prozesses einzureichen, von einer Wache tödlich verletzt.

Brüskiert und ignoriert versucht Kohlhaas seinen Anspruch ab sofort mit Gewalt durchzusetzen. Mit „terroristischen“ Aktionen versucht er Staat und Justiz zu erpressen. Als seinem Bestreben schließlich nachgegangen wird, ist er bereits selber zum kriminellen Täter geworden.

Heinrich von Kleists Novelle „Kohlhaas“ ist ein theatralisch sehr eindrucksvoll umsetzbares Beispiel für

·       Zivilcourage

·       Gerechtigkeit

·       die Freiheit des Einzelnen und ihre Grenzen

Wie weit darf ein Mensch die Rechte eines anderen beschneiden? Und in wieweit darf das Opfer sich verteidigen, ohne dabei wiederum Andere (Dritte) zu schädigen und selbst zum Täter zu werden?

Das Stück veranschaulicht drastisch

·       den Umgang mit Macht und Verantwortung

·       Interessenverflechtung von Justiz und Herrschenden

·       Diskriminierung und Angst

 

Das Thema ist brisant, aktuell und von hoher gesellschaftlicher Relevanz. Es betrifft Mobbing am Arbeitsplatz, in der Schule und anderen Orten ebenso wie die Androhung und Anwendung von Gewalt in jeglichem Umfeld.

Am Schicksal des Einzelnen, Michael Kohlhaas, werden die oben genannten Mechanismen aufgezeigt und theatralisch zugespitzt

 

Das Theater sepTeMBer, das sind Martin und Cécile Bachmann-Legrand, die 2005 den ehemaligen Bahnhof der Stadt Mühlheim erwarben und seither zu einem Ort für Kleinkunst umgestaltet  haben.